Giovanni Vetere

Giovanni Vetere | Eitorf | Bilder und Skulpturen


Das künstlerische Werk von Giovanni Vetere ist in besonderer Weise mit seiner Biographie verbunden. Durch die Emigration ging Vetere die eigene Sprache verloren, der wichtigste Träger von Mentalität und Zugehörigkeit. In der Kunst fand er das Kommunikationsmittel, das aus dem konkreten Zwiespalt eine neue, eigene Welt schuf. Das fortwährende Erinnern an die eigenen Ursprünge wurde für ihn zur Energiequelle, durch die er sich Neuem gegenüber öffnen konnte. Im Laufe der Jahre findet Vetere zu seinem eigenen Stil, indem er auch zu seinem essentiellen Sujet findet - die Familie als Zeichen unserer Herkunft und die Kindheit als Besinnung auf unser aller Ursprung. Es geht ihm um das Kindliche als "Wiege unserer Kultur". Sein ganzes Œuvre orientiert sich formal und inhaltlich an diesen Maximen und ist einer elementaren Einfachheit und damit einer universalen Gültigkeit gewidmet. Die Weiterentwicklung des eigenen Ausdrucks findet ungefähr zeitgleich mit der Entwicklung seiner Fresko-Technik statt. Mit dieser Technik findet er das geeignete Medium: Es fordert die vereinfachte Form geradezu und trägt zur Findung seines unverwechselbaren Stils bei.

Die Figuren, die uns in Veteres Welt begegnen, erinnern an Kinderzeichnungen. Die stilisierende Vereinfachung und die formale Reduktion setzen sich in den Bildelementen fort, die die eigene Kosmologie vervollständigen und unterstreichen. Die Natur und ihre Elemente werden durch florale Formen, sowie kleine Vögel und Fische repräsentiert. Die Gesichter kommen dem Betrachter wahrhaft "entgegen" und nehmen direkten Blickkontakt mit ihm auf. Dieser Blickkontakt ist zentraler Inhalt der Arbeiten einerseits, und macht es andererseits fast unmöglich, sie einer distanzierten Analyse zu unterwerfen.

Es ist faszinierend zu beobachten, wie Vetere als Autodidakt an eine Grundproblematik der gesamten Moderne rührt. Seine Arbeit ist ganz selbstverständlich von einer Archaik des Ausdrucks beherrscht, weil er das Gefühl für Ursprüngliches und die Nähe zur Schöpfung niemals verloren hat. Die Bildsprache Veteres mag auf den ersten Blick unkompliziert und fröhlich wirken, auf den zweiten Blick beinhaltet sie neben einer gewissen Melancholie dieses ganze Spektrum an kritischen und universellen Gedanken. In der vereinfachten Form, reduziert auf das Wesentliche, hat der Künstler die Symbolik für seine Inhalte gefunden, die ebenso auf ein Ursprüngliches in der Kunst verweisen, wie sie bewusst Unmittelbarkeit anstreben. Durch eine Philosophie, die Leben und Kunst vereint, sowie einen unerschöpflichen Gestaltungswillen, mit dem Giovanni Vetere fast jedes Material, jede Möglichkeit in seine Arbeit einbezogen hat, ist ein Œuvre entstanden, das Malerei, Skulptur und Objekt auf sowohl immens umfangreiche Art als auch abwechslungsreich zeigt und eine fortwährende, stringente Weiterentwicklung aufweist.


Vita Giovanni Vetere
1940 geb. in Strongoli/ Italien
1961 Emigration nach Deutschland
ab 1972 Beschäftigung mit Kunst, autodidaktisch entstehen erste Bilder und Skulpturen
1973 erste Ausstellung in Troisdorf
seit 1985 freischaffender Künstler
seit 1989 lebt und arbeitet in Eitorf/ Sieg

Seit 1981 regelmäßige Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen sowie Teilnahme an führenden Kunstmessen im In- und Ausland


Arbeiten von Giovanni Vetere in der Galerie Liebau:
Ausstellung "Skulpturensommer 2013" | 12. April bis 20. Oktober 2013