Konrad Zuse

Konrad Zuse | Hünfeld | Malerei


Konrad Zuse war Bauingenieur, Wissenschaftler, Unternehmer und Erfinder des ersten programmierbaren Computers der Welt. Darüber hinaus war Konrad Zuse auch Künstler und ist mit seinen Arbeiten in vielen Kunstsammlungen vertreten.

„Eine Zeitlang stritt der Ingenieur mit dem Künstler“, so eine Aussage Zuses, „der Ingenieur wurde der Sieger!“ Aber auch zum Künstler fühlte er sich berufen, wie die weit über 500 Gemälde, die er im Laufe seines Lebens gemalt hat, belegen. Als Schüler und während der Studienzeit zeichnete Zuse Aquarelle und Karikaturen von seinen Lehrern, seinen Mitschülern während des Unterrichts oder „seiner Bude“, Sie zeigen seine Begabung, typische Charakterstimmungen mit wenigen Strichen wiederzugeben.

Mitte der sechziger Jahre, nach dem Ausstieg aus dem Unternehmen konnte sich Konrad Zuse vornehmlich seiner Malerei widmen. Seine Gemälde beschäftigten sich mit Landschaften, Großstadtmotiven, moderner Architektur, Industriegebäuden oder Technik. Zu seinen Maltechniken gehören Aquarell, Kreide, Bleistift, Linol-, Scherenschnitt, aber besonders gern benutzte er Öl. Er signiert teilweise mit seinem Pseudonym „Kuno See“.

Als Autodidakt konnte sich Zuse nach und nach einen eigenen Malstil erarbeiten. Farben, oft nur Grundfarben, benutzte er meist ungemischt und mit voller Leuchtkraft, direkt aus der Tube. Die Farben explodierten förmlich. Seine dynamischen expressiven Bilder haben eine Präsenz, die manchen Betrachter erschrecken. Schon zu Lebzeiten hatte Konrad Zuse zahlreiche Ausstellungen und viele Liebhaber sammelten seine Bilder. Es gibt von Zuse auch einige Porträts bekannter Persönlichkeiten. Nur wenige Monate vor seinem Tod malte er Bill Gates und überreichte es ihm persönlich auf der Computermesse "Cebit" 1995.


Vita Konrad Zuse
1910 in Berlin-Wilmersdorf geboren, 1995 in Hünfeld gestorben
1927 Abitur
     Studium Maschinenbau an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg
     Wechsel zum Studium Architektur / Bauingenieurwesen
     Schon früh erkennt er seine Vorliebe für Kunst und Technik
1935 Abschluss Ingenieurstudium mit Diplom
     Tätigkeit als Statiker bei den Henschel-Flugzeug-Werken in Berlin-Schönefeld
     Gründung einer Erfinderwerkstatt in der elterlichen Wohnung
1938 Z1 – Der erste elektromechanische Rechner wird fertig gestellt, besitzt ein Rechenwerk sowie
     Ein- und Ausgabewerk, Speicher- und Programmierwerkund arbeitet mit binären Zahlen.
     Die Programme werden von Lochstreifen abgelesen.
1939 Entstehung Prototyp Z2
1941 Der Unternehmer Konrad Zuse gründet die erste privatwirtschaftliche Computerfirma der Welt.
     Z3 – Der erste funktionstüchtige Computer der Welt entsteht
     in seinem Ingenieurbüro Zuse-Apparatebau in Berlin.
1943 Original Z3 wird im Krieg zerstört
1945 heiratet er seine Frau Gisela
1949 Gründung der Zuse KG in Neukirchen (Kreis Hersfeld-Rotenburg)
1957 Firmensitz der Zuse KG wird verlegt nach Bad Hersfeld
1962 Nachbau Z3 von der Zuse KG – heute im Deutschen Museum in München
1967 Übernahme der Zuse KG durch die Siemens AG


Mehr lesen über Konrad Zuse:
Konrad Zuse auf der dOCUMENTA 13 vetreten

Arbeiten von Konrad Zuse in der Galerie Liebau:
Ausstellung "Künstler der Galerie" | 01. Juli bis 05. August 2012