Drei Künstler stellen in Galerie Liebau aus

Stellen ihre Werke in Burghaun aus: Siegfried Räth, Romana Kochanowski und Andreas Krämmer (von links).
Foto: Karl-Heinz Burkhardt


Einen Volltreffer hat Günter Liebau wieder einmal mit seiner aktuellen Ausstellung gelandet.

Gleich drei exzellente Künstler stellen ihre Werke, die allesamt eine enorme Ausstrahlungskraft besitzen, seit vergangenem Freitag in der Burghauner Galerie Liebau aus. Romana Kochanowski etwa hat einen derart kraftvollen Pinselstrich, „dass man meint, die Figuren laufen einem entgegen“, sagte Galerist Liebau während der Ausstellungseröffnung. Ihre meist in Blau, Orange und Sandtönen gehaltenen Gemälde zeigen „Aktionen, die ich im Alltag beobachte“, erklärte die Künstlerin. Es sind alles nackte Menschen, die Kochanowski porträtiert: „Ich will nicht ablenken. Aber manche Betrachter mögen meine Bilder nicht, weil diese das Gefühl haben, in die porträtierten Figuren hineingezogen zu werden“, erläuterte sie. Da ist zum Beispiel der „Redner“, dessen Hände weit ausgebreitet sind, der Kopf ist hoch erhoben. Der Bildbetrachter fühlt sich als der vom Redner Angesprochene. Kochanowski habe einen dynamischen Strich, der perfekt sitze, lobte Liebau. Trotz Beziehungen zur Realität trügen die Bilder visionäre Züge.

Ganz anders der in Fulda geborene Maler Siegfried Räth. Eine „frische, helle, postmoderne Bildsprache“, bescheinigte ihm Liebau. Räths Bilder zeigen mehrere Handlungsstränge und viele verschiedene Ebenen, die nicht immer klar zu verstehen sind. Die Motive pendeln zwischen „klaren Hinweisen und hermeneutischer Verschlüsselung“, so Liebau. Die Dinge ergäben in seinem Kopf einen klaren Sinn, sagt Räth, nicht aber unbedingt bei den Betrachtern. Es seien hochkalkulierte Bilder, denen ein langer Denkprozess vorausgehe.

Inspiriert von Tänzerinnen
Beispielhaft dafür ist vor allem sein Bild „Der Gehende“: Neben vielen anderen Motiven sitzt ein Mann in einem Fluss und badet, aus seinem Mund erscheint eine weitere Figur – „die ausfahrende Seele der Romanik“. Von oben greift ein Trapezkünstler nach den Händen eben jener Seele. „Alles hängt irgendwie zusammen“, sagte Räth. Die Ikonografie liege zwar nicht offen, durch die Abgestimmtheit der Motive aber könne der Betrachter zur eigenen Interpretation gelangen. Gut ein dreiviertel Jahr habe er für den „Gehenden“ gebraucht. „Es hat mich manchmal wahnsinnig gemacht“, gestand Räth.
Die Bronzefiguren des dritten Künstlers, Andreas Krämmer, dagegen strahlen Ruhe und Besinnlichkeit, aber auch Gespanntheit und Erotik aus. Die von Krämmer geformten Personen sind alle nackt und weiblich. Ihn interessiere neben dem Individuum aber vor allem die Bewegung – wie die Skulpturen im Raum stehen, ihre Balance. Er fahre oft ins Tanztheater, erzählte Krämmer. Dort zeichne er Skizzen von den Tänzerinnen, deren Bewegungen später in Bronze gegossen werden. Die Preise seiner in der Galerie ausgestellten Figuren bewegen sich zwischen 1100 und 46 000 Euro.
Die Band „Silent Cries“ umrahmte die Vernissage musikalisch und machte mit einem Cajon auf sich aufmerksam – einem Holzquader, auf dem Schlagzeuger Jürgen Eckel saß und den er mit den Händen spielte.
Noch bis zum 28. September ist die Ausstellung in der Burghauner Galerie Liebau zu bewundern.

Bericht der Fuldaer Zeitung vom 19. August 2008


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