Fuldaer Künstler stellen aus: Werke von Baldus und Sturm

Bernd Baldus und die Witwe von Robert Sturm, Ute Sturm-Jöhrens, bei der Vernissage in der Galerie Liebau.
Foto: Karl-Heinz Burkhardt


BURGHAUN Großer Andrang bei der ersten Vernissage des Jahres in der Galerie Liebau: Zu sehen gibt es dort Werke von Bernd Baldus und Robert Sturm.

Bernd Baldus ist ein weit über Osthessen hinaus bekannter Künstler. Auch der verstorbene Keramik-Bildhauer Robert Sturm hat sich durch viele Ausstellungen und Preise einen Namen gemacht. Diese beiden Namen zogen: Den Besucherandrang konnten die Galerieräume nicht fassen. Es hat sich offensichtlich herumgesprochen: Vernissagen in Burghaun sind ein Treffpunkt für Kulturschaffende, Künstler und Neugierige.

Bernd Baldus, ein diplomierter Sozialpädagoge, der die freie Kunstschule Wiesbaden besucht hat, gibt heute Kunstkurse für Kinder und Erwachsene. Die Galerie zeigt die gesamte Bandbreite seines Schaffens. Farbenfrohe, reizvolle und spannungsreiche Aquarellbilder, subtile Radierungen und Zeichnungen lachen den Betrachter an – oder gar aus? Mit Finesse und ohne Scham werden hier zwischenmenschliche Beziehungen offenbart. Der Schalk des Künstlers ist stets zu spüren. Zu erkennen etwa am Aquarell eines eingebildeten Gänserichs, von Baldus „Arro Ganter“ tituliert. Dazu passt, dass viele seiner karikaturengleichen Werke als Kunstpostkarten zu erwerben sind. Seine Motivation sind „Alltagseindrücke, Dinge, die mich aufregen. Künstlerisches Schaffen ist für mich wie Therapie.“

Die Keramiken des Bildhauers Robert Sturm sind ebenso gut in der Galerie Liebau aufgehoben. Sturm war ab 1971 Professor an der FH Fulda. Seit 1980 hatte er sein Atelier und seine Wohnung in Dipperz. 1994 starb er im Alter von erst 59 Jahren. In der Ausstellung sind sieben Stationen seines künstlerischen Werdegangs zu besichtigen. Beeindruckend bedrohlich ist Station 5 (1980 – 1983) namens „Roter Fulda – Gap-Torso“. Dazu Sturm selbst: „Wie ein roter Faden zieht sich die Auseinandersetzung mit dem Fragmentarischen durch alle Stationen. Fragmentarisches kann Prinzip und Idee sein. Das Fragment gibt Spielraum im Denken und Fühlen des Betrachters. Das Fragment ist für mich Zeichen für die Gebrochenheit der Welt in der wir leben.“ Seine Werke, besonders die archaischen Torsi und „Flügler“, wirken wie Relikte vergangener Kulturen. Sie sind Erinnerungen und bergen die Kraft für neue Generationen.

Von Christa Desoi, Bericht der Fuldaer Zeitung vom 27. Januar 2010


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