Fuldaer Zeitung: Malerei und Skulpturen in der Galerie Liebau in Burghaun

Günter Liebau und Marion Walther präsentieren farbintensive Strukturreliefs und archaische Keramikskulpturen.
Foto: Karl-Heinz Burkhardt, Fuldaer Zeitung vom 14.08.2012


BURGHAUN Ein kontrastreiches und zugleich harmonisches Zusammenspiel verschiedener Kunstformen: Das bietet die Ausstellung von Günter Liebau und Marion Walther in der Galerie Liebau in Burghaun.

Die Wände sind geschmückt mit farbintensiven Werken, die von unendlicher und grenzenloser Weite zeugen. Inmitten des Raumes finden sich auf Säulen Skulpturen aus Ton und Porzellan. Gezeigt wird ein Verwandlungsprozess strenger Formen, welche sich durch kleine Veränderungen immer wieder neu interpretieren lassen. Eine Entdeckungsreise, die zum Nachdenken und Meditieren veranlasst.

„Bei den Vorbereitungen haben Marion Walther und ich gemerkt, wie wunderbar sich unserer Präsentationen auf verschiedene Arten ergänzen“, merkte Galerist Liebau zu Beginn der Vernissage vor zahlreichen Gäste an, darunter Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling.

Walther arbeitet seit vielen Jahren mit Skulpturen und verwendet als Werkstoff neben erdigem Ton auch weißes Porzellan. In ihren keramisch-plastischen Arbeiten möchte sie jedoch keine perfekten Harmonien erzeugen, sondern das Fragmentarische betonen. Dies geben auch die Exponate in ihrer derzeitigen Ausstellung „Wandlungen“ wieder. „Für mich sind die Abwandlungen eines Objektes etwas sehr reizvolles“, erklärt Walther, die bereits auf vielen nationalen und internationalen Ausstellungen zu sehen war. Ihr Objekt, der menschliche Körper, findet sich in interessanten Varianten wieder und zeigt begeisternde Wandlungsfähigkeit. Die Besonderheit der Skulpturen ist ihre Beschaffenheit. Ursprünglich glatte Flächen werden aufgerissen und erhalten einen neuen Charakter. „Das Edle wird gebrochen“, erläutert die Künstlerin.

Die Eigenschaft der Risse lässt sich auch in den Werken Liebaus beobachten. Die Farbe Blau dominiert seine Werkgruppe von Quadraten, die ihnen eine besondere Ebene einziehen. „Die Farbe Blau versinnbildlich das Wasser, den Himmel, die Reinheit und Frische. Es ist eine sehr edle und heilige Farbe“, beschreibt der Künstler seine Werke. Der Betrachter bekommt das Gefühl, vor einem unendlichen Ozean zu stehen, ein Farbspiel, das vereinnahmt und gleichzeitig beruhigt.

Des Weiteren zeigt die Ausstellungen Gemälde von Landschaften, stark reduziert und abstrahiert. Oft ist nur der Horizont zu erkennen. Werke, die immer wieder neue Facetten entdecken lassen. „Meine Bilder sollen nie „fertig“ sein, sie sollen den Gedanken freien Raum lassen und viele Interpretationsmöglichkeiten eröffnen“, erklärt der Galerist. Beide Künstler sorgen vor allem anhand der Kontraste in Struktur und Farbe für individuelle und interessante Begegnungen mit der Kunst.

Das musikalische Rahmenprogramm kam von Gitarrist Rainer Rüppell sowie der Wadaiko Gruppe Rhön, die japanische Trommelkunst bot. Zu dem Trio gehören Thomas Sander, Moritz Sander und Nick Liebau. Die Ausstellung ist bis zum 30. September 2012 in der Galerie Liebau zu sehen.

Von Lisa Krause, Fuldaer Zeitung
Quelle: Bericht der Fuldaer Zeitung vom 14.08.2012


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