Hersfelder Zeitung: "Lebendig und vergänglich" - neun preisgekrönte Künstler...

Eine hochkarätige Ausstellung kann derzeit in der Galerie Liebau besucht werden.Für einen feierlichen Rahmen während der Vernissage sorgte Marcel Schmidt mit seinem Quartett Saxophonics aus Bad Hersfeld (vor den hyperrealistischen Gemälden Philipp Webers und den Bronzen von Andreas Krämmer. (Foto: Galerie Liebau)


Lebendig und vergänglich

Gleich neun preisgekrönte Künstler stellen bis Weihnachten in der Galerie Liebau aus

VON CHRISTA DESOI

BURGHAUN.
Bis Weihnachten stellen neun exklusive und preigekrönte Künstler in der Galerie Liebau in Burghaun aus: Yongtak Choi (Berlin), Grigori Dor (Berlin), Michael Fieseler (Kassel), Clemens Heinl (Nürnberg), Jörg von Kitta-Kittel (Frankfurt/M), Alexander Kotchetow (München), Andreas Krämmer (Braunschweig), Christine Reinckens (Kassel) und Philipp Weber (Kassel).

Galerist Günter Liebau hat wieder einmal eine Ausstellung vom Feinsten auf die Beine gestellt, mit hochwertigen Exponaten.

Zum ersten Mal stellt Philipp Weber in der Galerie aus.Ästhetische Frauenkörper und Gesichter sind die Blickfänger. Hier strotzt Realismus in Perfektion von der Leinwand. Mit filigranem Pinsel aufgetragen auf hauchdünnen Schichten war hier einer akribisch und mit viel Liebe bei der Arbeit. Weber teilt sich sein Atelier mit anderen Meisterschülern von Professor Kurt Haug.

Beeindruckende Präsenz
Der Realist und Perfektionist Michael Fieseler ist einer von ihnen. Kraftvoll sind die Pastellfarben eingesetzt, beeindruckend wirkt die Präsenz und Schönheit der Menschendarstellungen in surrealistischer Landschaft. Die Farbe ist eingesetzt wie Sprache und signalisiert: öffne dich... alles wird gut. Parallel dazu ist das Auge immerzu auf der Suche nach Verborgenem.

Ebenfalls Meisterschülerin von Haug ist Christine Reinckens. Jeder erinnert sich an ihre Ausstellung "Rasten und Reisen". Reinckens: "Im Kontext meiner künstlerischen Arbeiten zum Thema Lebensspuren beschäftige ich mich immer wieder mit Menschendarstellungen in bestimmten entscheidenden Phasen des Lebens. Nun bin ich Paarungen auf der Spur. Ähnlichkeiten von alten Paaren, die sich im Gesicht zeigen, oder zwischen Geschwistern."

Ein weiterer Exklusiver Maler ist der Südkoreaner Yongtak Choi. Nach selbst erstellten Fotoaufnahmen setzt er seinen Pinsel merkant und farbintensiv ein. Seine Bilder haben ein besonderes Eigenleben. Vom Farbenmeer bis zum realistischen Gesicht in Pastelltönen. Je nach Abstand und Perspektive des Betrachters schimmert unterschiedliche Tiefe aus den Gemälden.

Grigori Dor ist ein russischer Maler, Grafiker und Fotograph, der in Berlin kein Unbekannter ist. Auf den ersten Blick wirken seine Ausgestellten Bilder wie vergilbte Werbeplakate aus den 70er und 80er Jahren. Hier entdeckt man Ikonen einer urbanen Zeit. Beim genauen Betrachten erfasst man schnell die Moderne und ahnt den Sinn und die Motivation des Künstlers: Ein Hauch der Mahnung an Vergänglichkeit und Endlichkeit schwingt mit.

Der Maler Alexander Kotchetow lebt und arbeitet in München. Parallel zur Liebau-Vernissage läuft in München eine große Ausstellung und Vernissage von Kotchetow bei der Fürst-Fugger-Privatbank. Seinen Bildern haftet ein Moment des Magischen an. Er malt in der Tradition der großen Altmeister wie Rembrandt und van Dyk, beherrscht die alten Techniken, die Kompositionen, die Räumlichkeiten und arbeitet ein perfektes Spiel des Lichtes in seine Bilder ein.

Jörg von Kitta-Kittel hat nur ein Bild in die Ausstellung gegeben. Ein entfremdeter Körper in Verformung schreit dem Betrachter entgegen. Trotz des skurrilen Ausdrucks besticht die Schönheit des Pinselstrichs und die Akzente der Farben.

Zwischen den Gemälden stehen die Plastiken von Andreas Krämmer. Jeder Bad Hersfelder kennt die Monumente von Konrad Zuse und Konrad Duden. Es sind Krämmer Schöpfungen. Seinen oft zentnerschweren Kompositionen gibt er mit einer Bewegungsgeste solchen Schwung, dass Leichtigkeit anmutet. Weiblichkeit von Alltagsgesten bis hin zu weit schwingenden Tanzbewegungen verbreiten optimistische Stimmung.

Clemens Heinl arbeitet als freischaffender Bildhauer und arbeitet mit Holz. Der gelernte Orthopädiemechaniker entdeckte schnell seine Liebe zur freien Bildhauerei. Die Baumstämme bearbeitet er mit der Kettensäge, kombiniert mit Bronze. Dafür wirken seine Figuren unglaublich filigran. Seine so geschaffenen Charaktere zeigen menschliche Stärken und Schwächen.

Die frei aufgebauten Gefäßkeramiken von Marion Walther runden die Ausstellung ab und setzen markannte Zeichen.


Quelle: Hersfelder Zeitung, Artikel vom 24.10.2012 (PDF)


Mehr lesen über die Künstler dieser Ausstellung:
Yongtak Choi – Berlin
Grigori Dor – Berlin
Michael Fieseler – Kassel
Clemens Heinl – Nürnberg
Jörg von Kitta-Kittel – Frankfurt/M
Alexander Kotchetow – München
Andreas Krämmer – Braunschweig
Christine Reinckens – Kassel
Marion Walther – Mühlhausen
Philipp Weber – Kassel

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