Kommt ein Kaktus geflogen...

Mit dem Hubschrauber wurde Christoph Luckeneders "MegaCactus" an seine exponierte Berglage über Bad Ragaz geflogen.
Bildquelle: Christoph Luckeneder, Linz/Österreich


Der Künstler Christoph Luckeneder über sein Projekt in Bad Ragaz 2012:

"Really true MegaCactus-Story"

Die "5.Triennale der Skulptur" in Bad Ragaz in der Schweiz machts möglich, denn Geld spielt nur eine untergeordnete Rolle - irgendwie der Traum jedes Künstlers, wenn seine Werke mit Aufwand und Respekt behandelt werden. Übrigens: Der Heli kostete in der Stunde 400 CHF. und die Aktion dauerte ca. 2 Stunden...

Es waren dafür 2 Mannschaften vonnöten, die eine stand beim Start und half mit, damit das Ding in die Höhe kam, was wegen der Filigranität des Objekts ein ziemliches Problem war, schliesslich sollte der Kaktus auch bei der Landung am Berg noch wie ein Kaktus ausschauen. Wegen des miserablen Wetters stand nur ein Zeitfenster von 1 Stunde für den Flug zur Verfügung. Der Flug selbst dauerte ja nur wenige Minuten, aber vorher und nachher, d.h., beim Start und bei der Landung musste alles punktgenau klappen. Dafür waren die zwei Mannschaften vonnöten. Um 15 Uhr war es soweit, der Heli war im Tal gestartet und wir oben - die Mannschaft von der Fa. Käppeli-Logistik, Manfred Kielnhofer und ich - nahmen den daherschwebenden Kaktus in Empfang, der mit einer 6-m-Leiter stabilisiert war. Und auch die zu befestigenden Seile waren am Kaktus bereits im Vorfeld so angebracht, dass sie im Nu abgenommen und an seitlichen Befestigungen im teils steilen Gelände festgezurrt werden konnten. Nachdem der Helikopter ausgeklinkt hatte, war das Ganze eigentlich nur noch Formsache, ein Finish mit Herzschlag, gut geplant und exakt durchgeführt!

Wenige Tage später jedoch kam ein Mega-Föhnsturm und knickte den stolzen Kaktus an seiner empfindlichsten Stelle. Aus Sicht der Statiker ein klarer Fall von "zu schwach gebaut". Aus meiner Sicht aber ein Fehler, der in der Verankerung und nicht in der Statik zu suchen ist, denn wenn ich einen Licht(!)-Kaktus mit 9m Höhe nach den Vorgaben der Statiker bauen würde, dann wäre das kein "Licht"Kaktus, sondern eher so etwas wie ein Brückengeländer. Das ist eben die entscheidende Frage: baue ich ein ästhetisch-filigranes und lichtdurchflutetes "LichtKunstWerk" oder ein statisch korrektes Bauwerk.

Der Kaktus war mit 9 Seilen in verschiedenen Höhen stabilisiert, und wenn da nur ein Seil reisst, dann fehlt die Stabilität. Und genau das dürfte passiert sein. Die Logostikfirma, die für die fachgerechte Verankerung zuständig war, hat den guten "MegaCactus" wiederbelebt und an seinen Flanken verstärkt, was der Optik zumindest von weitem keinen Abbruch tut. Der Kaktus bleibt nun an seinem Ort und darf auch in Zukunft täglich auf den renommierten Kurort Bad Ragaz hinunterleuchten. Ob er sich auf den nächsten Föhnsturm freut, wage ich allerdings zu bezweifeln.


Hoch am Berg über Bad Ragaz erstrahlt abends der MegaCactus. | Foto: Christoph Luckeneder, Linz/Österreich


"Vom Winde verweht..." | Foto: Christoph Luckeneder, Linz/Österreich


MegaCactus und Lichtkakteen-Gruppe. | Foto: Christoph Luckeneder, Linz/Österreich


MegaCactus im nächtlichen Gewitter. | Foto: Armando Bianco, Bad Ragaz/Schweiz / Quelle: Christoph Luckeneder, Linz/Österreich


Nachtaufnahme MegaCactus und "Sternenwanderung" (lange Belichtung). | Foto: Armando Bianco, Bad Ragaz/Schweiz / Quelle: Christoph Luckeneder, Linz/Österreich


Mehr lesen über Christoph Luckeneder:
Pressebericht in der Fuldaer Zeitung vom Dienstag, den 22. Januar 2013
Pressebericht in der Hersfelder Zeitung vom Mittwoch, den 23. Januar 2013
Biografie Christoph Luckeneder
Arbeiten von Christoph Luckeneder in der Galerie Liebau:
"Das Helle im Dunkel – zwei Lichtgestalten aus Österreich" | 18. Januar bis 24. März 2013
Alle News über Künstler, Ausstellungen und Aktionen der Galerie Liebau:
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