Konrad Zuse: Kunstwerke des berühmten Erfinders aus Hünfeld/Bad Hersfeld auf der dOCUMENTA 13

Konrad Zuse malte seit den 60er Jahren zahlreiche Großstadtmotive.
Abb. oben: Konrad Zuse, "N-City", Öl/LW, 1978, 40 x 50 cm
Foto: Galerie Liebau


Einst Z3, jetzt d13:
Konrad Zuse wird documenta-Star

Kassel/Bad Hersfeld. Posthum wiederfährt einem der großen Söhne der Stadt Bad Hersfeld eine Riesenehre: Bei der diesjährigen documenta (vom 9. Juni bis 16. September 2012) ist Konrad Zuse als Künstler vertreten. Das zumindest meldet die Süddeutsche Zeitung, der eine erste Künstlerliste vorliegt. Schon im vergangenen September hatte Carolyn Chris­tov-Bakargiev, künstlerische Leiterin der documenta (13), in einer Dia-Schau die kommenden documenta-Künstler vorgestellt. Damals zu sehen: Konrad Zuse. Die alle fünf Jahre stattfindende documenta gilt als die weltweit bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst.

Konrad Zuse war nicht nur der Erfinder des Computers, sondern auch ein passionierter Künstler. Er war Autodidakt und galt als begabter Amateur, der einen eigenen, unverwechselbaren Stil entwickelte. Auf seine mangelnde künstlerische Ausbildung angesprochen, soll er einmal schlagfertig erwidert haben: „Aber ein Informatikstudium habe ich auch nicht.“

Schon in jungen Jahren entdeckte Zuse (geb. am 22. Juni 1910 in Deutsch-Wilmersdorf bei Berlin) sein künstlerisches Talent. Aus seiner Schulzeit sind zahlreiche Zeichnungen, vor allem Karikaturen seiner Lehrer, erhalten. Später versuchte er sich als Werbegrafiker, scheiterte aber. Doch seine Liebe zur Kunst blieb bestehen und im Laufe seines Lebens malte er über 500 Bilder, zumeist expressionistische Phantasiebilder mit architektonischen und technischen Motiven. Später malte er auch realistische Darstellungen, ­darunter eine Serie von Portraits berühmter Computerpioniere. Noch kurz vor seinem Tod im Jahre 1995 fertigte er ein Portrait von Microsoft-Gründer Bill Gates an, das er ihm auf der Computermesse Cebit zum Geschenk machte.

Das Konrad-Zuse-Museum in Hünfeld widmet sich in seiner Ausstellung dem Menschen und Künstler Konrad Zuse, und auch im Astronomisch-Physikalischen Kabinett der Kasseler Orangerie sind – neben Zuses technischen Erfindungen – auch einige seiner Bilder zu sehen. In welchem Zusammenhang Zuse auf der documenta präsentiert werden wird, darüber wollte die documenta-Leitung noch nichts verraten. Auf KA-Nachfrage bestätigte aber der Düsseldorfer Sammler Friedrich Genser, dass er der documenta Zuse-Bilder aus seinem Besitz zur Verfügung gestellt habe, aber auch er wollte dem künstlerischen Konzept der Ausstellungsmacher nicht vorgreifen. Allerdings ist einer der Themenschwerpunkte Wissenschaft bzw. die Verwischung der Grenzen zwischen Kunst und Wissenschaft. Und im Bereich „künstlerische Archäologie“ ist mit David Link auch ein Computerkünstler vertreten, der sich mit der „Frühgeschichte der computerisierten Texterzeugung“ befasst. Man darf also gespannt sein, wo und wie Konrad Zuse da hineinpasst. Zuse selbst pflegte übrigens künstlerisches und technisches Interesse zu trennen: Seine Computer zum Erstellen von Grafiken zu nutzen, sei ihm nie in den Sinn gekommen, bekannte er.

Quelle: kreisanzeiger-online.de


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Künstler der Galerie Liebau | Konrad Zuse

Arbeiten von Konrad Zuse in der Galerie Liebau:
Ausstellung "Künstler der Galerie" | 01. Juli bis 05. August 2012

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