Letzte Vernissage 2009 in der Galerie Liebau

Anlässlich der Vernissage in der Burghauner Galerie beantwortete der Künstler Michael Fieseler (links) dem Galeristen Günter Liebau viele Fragen.
Foto: Karl-Heinz Burkhardt


BURGHAUN Tritt ein – sei willkommen und lass dich inspirieren. Die letzte Vernissage im Jahre 2009 in der Galerie Liebau war ein ganz besonderes Event.

Künstler zum Anfassen, Kulturschaffende zum Plaudern sowie Hintergrundinformationen von zwei Galeristen. Gitarren-Musik rundete die Vernissage zur Ausstellung von Michael Fieseler und Ahmed Abushariaaab. Und natürlich gab es viele Bilder. Mit großer Freude ließen sich die Besucher auf diese ein. Michael Fieseler ist in Burghaun und Umgebung kein Unbekannter. Schon vor drei Jahren war er mit seinen diffusen und geheimnisvollen Landschaften in der Galerie Liebau zu Gast. In seinen jüngsten Arbeiten hat er den Menschen passend in die Landschaft platziert. Kraftvoll strotzen die Farben, beeindruckend wirkt die Präsenz und Schönheit der surrealistischen Landschaften, schöpferische Funken sprühen. Die Werke spiegeln eine große Harmonie wieder. Der surrealistische Maler beschert dem Betrachter aber nur auf den ersten Blick unproblematischen Genuss. Sind das nicht Polarforscher, die da in das Fernrohr sehen? Was machen sie in einer Blumenlandschaft?

Der Betrachter wird in die Atmosphäre geradezu hineingezogen. Viele Assoziationen spielen sich im Kopf ab. Und so war das vom Künstler wohl auch gedacht – eine Gebrauchsanweisung gibt es nicht. Unter dem Strich könnte man sagen: Sein Umgang mit dem Pinsel erinnert an den Perfektionismus der alten Meister: Dali ist tot – Fieseler lebt! Viele Auszeichnungen hat der in Kassel lebende Künstler schon erhalten, darunter den Lucas-Cranach Förderpreis.

Fischer hielt Laudatio
Dass Ahmed Abushariaa in Burghaun ausstellen kann, verdankt er zwei Frauen. Die Großentafterin Gisela Hohmann hat ihn bei einem ihrer vielen Afrika-Besuche in Uganda entdeckt. Ihre Freundin Maria Fischer betreibt die Galerie Tulifania in Kampala (Uganda) und ist gut bekannt mit den ugandischen Malern. Fischer hielt die Laudatio für Abushariaa. Wie Fieseler ist Abushariaa auch Jahrgang 1966. Aber die Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen der beiden Künstler sind nicht vergleichbar. Abushariaa ist Sudanese und lebt jetzt in Uganda. Ein Maler in Afrika genießt nicht den Status eines Malers in Europa. Vor allen Dingen haben die Afrikaner kein Geld, Bilder zu kaufen. Abushariaa ist dennoch in Ostafrika bekannt.

In seinen Gemälden verarbeitet er Alltagseindrücke. Kräftige Farben lassen mit zarten Mischtönen interessante Kontraste entstehen. Die knalligen Farben tun dem Auge gut und die Kompositionen haben eine eigene, harmonische Bildsprache. Wie können die Farben diesen Ausdruck haben? Seine Wohltäterin Fischer klärt auf: „Als Abushariaa für ein Jahr in Köln lebte, entdeckte er diese farbkräftigen Tinten. Sie werden in Leipzig hergestellt und jeder deutsche Bekannte muss sie mit nach Afrika bringen, wenn er kommt.“ Es sind nicht nur die Materialien Tinte, Aquarell und Wasser, die so an den Bildern faszinieren. Es sind Abushariaas Kompositionen, die bezaubern.

Von Christa Desoi, Bericht der Fuldaer Zeitung vom 1. November 2009


Mehr lesen über Michael Fieseler:
Künstler der Galerie Liebau | Maler Michael Fieseler
Pressebericht Osthessen-News vom 16.01.2006

Arbeiten von Michael Fieseler in der Galerie Liebau:
Ausstellung "Menschen" | 19. Oktober bis 23. Dezember 2012

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